Juli 4, 2008...7:56

Besteht tatsächlich Anlass zur Hoffnung?

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Serbien steht nun endgültig vor der Bildung einer Regierungskoalition zwischen den Parteien um Tadics DS und der SPS. Am Dienstag war auf den Seiten des Belgrader Senders B92 zu lesen, dass nun sogar die schon unterzeichnete Koalition für die Belgrader Stadtregierung zwischen den Radikalen, Kostunicas DSS und den Sozialisten doch noch scheitern könnte und die SPS auch hier mit dem demokratischen Block koalieren könnte. Im Beitrag DS, SPS on verge of Belgrade deal?“ ist einiges darüber nachzulesen und auch einiges über die Reaktion der Radikalen, die ihren Generalsekretär Aleksandar Vucic eigentlich schon sicher auf dem prestigeträchtigen Belgrader „Bürgermeistersessel“ gesehen haben.

Sollte es tatsächlich zu einem Wechsel kommen, wäre dies für den Moment ein noch klareres Bekennntnis der Sozialisten zum eingeschlagenen Weg, da sie sich dadurch auch eine wichtige Hintertür für eine erneute Wende verschliessen würden. Dies wird der neuen Koalition aus meiner Sicht deutlich mehr Stabilität verleihen.

Ansonsten sind auf nationaler Ebene die Verhandlungen schon sehr weit vorangekommen. Es sind schon einige wichtige organisatorische Hürden genommen, so dass schon bald, um ein Bild aus einem meiner vorherigen posts zu verwenden, die beschwerliche Reise in Richtung Europa beginnen könnte. Eine sehr gute Zusammenfassung des gegenwärtigen Standes der Regierungsbildung in Serbien, bieten auf der Seite von openDemocracy Daniel Korski und Ivan Zverzhanovski an. In ihrem Beitrag „Serbia’s climate change“ geben sie einen optimistischen Ausblick auf die Chancen einer pro-europäischen Regierung in Serbien, ohne dabei die vorhandenen Gefahren und Probleme aus den Augen zu verlieren.

Dieses Vorgehen ist definitiv konstruktiver, als die sonst, vor allem bei einigen deutschen Journalisten, oft verbreitete Herangehensweise an das Thema Balkan im Allgemeinen und Serbien im Speziellen. Dort wird in der Regel zunächst vom worst-case ausgegangen, um dann darüber zu spekulieren wie es noch schlimmer kommen könnte. Ausnahmen bestätigen die Regel!

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